Was unterscheidet ein austauschbares Produkt von einer Marke, die Kunden loyal und fast schon emotional verbunden sind? Die Antwort liegt im Markenwert, auch bekannt als Brand Equity. Es ist das unsichtbare Kapital, das den Unterschied zwischen kurzfristigem Verkaufserfolg und langfristiger Marktführerschaft ausmacht. In einer zunehmend gesättigten Welt wird dieses Kapital zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Warum Brand Equity Ihr wertvollstes Kapital ist
Wenn wir ehrlich sind, liegt der wahre Wert eines Unternehmens oft nicht allein in der Bilanz. Er verbirgt sich tiefer – in den Köpfen und Herzen der Menschen. Brand Equity ist die Summe aller Erfahrungen, Gefühle und Wahrnehmungen, die Kunden, Partner und auch die eigenen Mitarbeitenden mit Ihrer Marke verbinden. Dieses immaterielle Kapital ist das Fundament für nachhaltigen Erfolg.
Starke Marken schaffen eine emotionale Resonanz, die weit über den reinen Produktnutzen hinausgeht. Denken Sie an Ihren letzten Kaffeekauf unterwegs. Haben Sie die günstigste Option gewählt? Oder doch die Marke, der Sie vertrauen und mit der Sie ein positives Gefühl verbinden? Genau diese oft unbewusste Präferenz ist das Ergebnis sorgfältig aufgebauter Brand Equity.
Mehr als nur ein Logo
Markenwert ist weit mehr als ein wiedererkennbares Logo oder ein cleverer Slogan. Er ist das kumulierte Ergebnis jeder einzelnen Interaktion mit Ihrer Marke. Dieser Wert zahlt sich ganz konkret für Ihr Unternehmen aus:
- Höhere Preisbereitschaft: Menschen zahlen bereitwilliger mehr für Marken, denen sie vertrauen und die sie wertschätzen.
- Stabile Kundentreue: Eine starke emotionale Bindung führt dazu, dass Kunden wiederkehren und nicht zur Konkurrenz wechseln.
- Resilienz in Krisenzeiten: Etablierte Marken mit einem soliden Vertrauensvorschuss überstehen schwierige Marktphasen besser.
- Effizienteres Marketing: Positive Mundpropaganda und eine loyale Community sind unbezahlbar und senken die Kosten für die Neukundengewinnung.
Die Zahlen bestätigen dies: Der Wert der 50 wertvollsten deutschen Marken stieg zuletzt auf beeindruckende 506 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 24 % im Vergleich zum Vorjahr (Quelle: Kantar BrandZ). Dieses Wachstum unterstreicht, wie entscheidend eine starke Marke für die globale Wettbewerbsfähigkeit ist. Die Analyse von Kantar liefert spannende Einblicke in die Entwicklung deutscher Markenwerte.
Brand Equity ist das Versprechen Ihrer Marke, das Sie tagtäglich einlösen. Es ist das Vertrauen, das Sie sich über Jahre erarbeiten und das in jeder Interaktion bestätigt werden muss.
Dieser Guide beleuchtet das Thema Brand Equity praxisnah. Wir erklären nicht nur die Theorie, sondern geben Ihnen konkrete Werkzeuge an die Hand, um den Wert Ihrer Marke systematisch aufzubauen, zu messen und zu steigern. Sollten Sie direkt eine strategische Einschätzung wünschen, fragen Sie gerne eine unverbindliche Beratung an.
Die vier Säulen starker Marken
Brand Equity mag wie ein abstraktes Marketing-Konzept klingen, ist aber das Fundament, auf dem jede erfolgreiche Marke steht. Man kann es sich wie das Fundament eines Hauses vorstellen: Jede der vier Säulen muss stabil sein, damit das gesamte Gebäude langfristig sicher steht und an Wert gewinnt.
Diese vier Elemente wirken nicht isoliert. Sie greifen wie Zahnräder ineinander, bauen aufeinander auf und formen eine Marke, die mehr ist als die Summe ihrer Teile. Sie schaffen echten, messbaren Wert.
1. Markenbekanntheit (Brand Awareness)
Am Anfang steht eine einfache Frage: Kennt man Sie überhaupt? Wenn potenzielle Kunden im Entscheidungsmoment nicht an Ihre Marke denken, existieren Sie für sie praktisch nicht. Markenbekanntheit ist die Voraussetzung, um überhaupt in die engere Auswahl – das sogenannte „Relevant Set“ – zu gelangen.
Es genügt jedoch nicht, dass Menschen den Namen schon einmal gehört haben. Echte Bekanntheit bedeutet, dass Ihre Marke bei einem konkreten Bedürfnis sofort im Kopf präsent ist. Kleines Gedankenspiel: Denken Sie an „Elektroauto“. Welche Marken kommen Ihnen sofort in den Sinn? Genau diese haben ihre Hausaufgaben in Sachen Awareness gemacht.
2. Markenassoziationen (Brand Associations)
Sobald eine Marke bekannt ist, beginnt die eigentliche Arbeit im Kopf der Menschen. Sie ordnen ihr bestimmte Eigenschaften, Gefühle und Bilder zu. Diese Markenassoziationen definieren, wofür Ihre Marke steht. Sind Sie der innovative Vorreiter, der nachhaltige Partner oder die exklusive Premium-Marke?
Diese Assoziationen entstehen aus jeder Berührung mit Ihrer Marke – sei es durch Werbung, die Produktqualität, den Kontakt mit dem Kundenservice oder die Werte, die Ihr Unternehmen lebt. Patagonia ist hier ein Paradebeispiel: Die Marke ist so untrennbar mit „Nachhaltigkeit“ und „Aktivismus“ verknüpft, dass diese Werte oft der eigentliche Kaufgrund sind.
Starke Markenassoziationen bilden das emotionale Betriebssystem Ihrer Marke. Sie bestimmen, wie Menschen über Sie denken und fühlen – oft lange bevor eine rationale Kaufentscheidung fällt.
3. Wahrgenommene Qualität (Perceived Quality)
Interessanterweise ist die wahrgenommene Qualität oft einflussreicher als die objektive, messbare Produktqualität. Es geht um die subjektive Einschätzung eines Kunden, wie hochwertig ein Produkt oder eine Dienstleistung im Vergleich zu Alternativen ist.
Diese Wahrnehmung setzt sich aus vielen Faktoren zusammen: Design, Verpackung, Preis, der Ruf des Unternehmens und persönliche Erfahrungen. Einer Marke, der man hohe Qualität zuschreibt, verzeiht man einen höheren Preis und bringt ihr von vornherein mehr Vertrauen entgegen. Apple ist hier ein Meister. Die gefühlte Perfektion der Produkte rechtfertigt für Millionen Kunden einen deutlichen Preisaufschlag.
4. Markentreue (Brand Loyalty)
Die vierte und vielleicht wichtigste Säule ist die Markentreue. Sie ist das ultimative Ziel jeder Markenstrategie und der stärkste Motor für langfristigen Erfolg. Loyale Kunden kaufen nicht nur einfach wieder, sie entwickeln sich zu echten Fans und Botschaftern Ihrer Marke.
Sie sind weniger preissensibel, verzeihen auch mal kleine Fehler und empfehlen Sie voller Überzeugung weiter. Diese emotionale Bindung entsteht, wenn eine Marke es schafft, über einen langen Zeitraum konsistent positive Erlebnisse zu schaffen und Erwartungen zu übertreffen. Wie man solche Markenerlebnisse gezielt aufbaut, zeigen wir in unserer Brandbox Markenwelt.
Wie diese vier Säulen zusammenspielen, lässt sich gut in einer Tabelle zusammenfassen.
Die vier Säulen der Brand Equity im Überblick
Diese Tabelle fasst die vier zentralen Komponenten des Markenwerts zusammen, erklärt ihre Bedeutung und zeigt beispielhafte Maßnahmen zur Stärkung.
| Säule | Bedeutung für das Unternehmen | Beispielhafte Maßnahmen |
|---|---|---|
| Markenbekanntheit | Die Basis, um überhaupt im “Relevant Set” der Kunden aufzutauchen. Ohne Bekanntheit keine Kaufentscheidung. | Content Marketing, Sponsoring, gezielte PR, Social-Media-Kampagnen, hochwertige Werbeartikel. |
| Markenassoziationen | Definiert das “Wofür” der Marke und schafft eine emotionale Verbindung. Differenziert vom Wettbewerb. | Storytelling, Markenbotschafter, konsistentes Corporate Design, gelebte Unternehmenswerte. |
| Wahrgenommene Qualität | Rechtfertigt höhere Preise, schafft Vertrauen und senkt die wahrgenommenen Risiken für den Kunden. | Hochwertige Materialien, exzellenter Kundenservice, durchdachtes Design, positives Feedback (Testimonials). |
| Markentreue | Schafft stabile Umsätze, senkt Marketingkosten und generiert wertvolles Word-of-Mouth-Marketing. | Kundenbindungsprogramme, exklusive Vorteile, personalisierte Kommunikation, unvergessliche Markenerlebnisse. |
Jede dieser Säulen trägt entscheidend dazu bei, eine Marke aufzubauen, die nicht nur heute verkauft, sondern auch morgen noch relevant ist.
Die folgende Visualisierung bringt auf den Punkt, wie die Bausteine des Markenwerts am Ende zu den wichtigsten Geschäftsergebnissen führen.
Die Grafik macht deutlich: Brand Equity ist kein Selbstzweck. Sie ist die direkte Grundlage für Vertrauen, das wiederum zu Loyalität und damit zu nachhaltigem Geschäftserfolg führt.
Das Zusammenspiel dieser vier Säulen – Bekanntheit, Assoziationen, Qualität und Treue – schafft einen robusten Markenwert, der Ihr Unternehmen widerstandsfähiger, profitabler und zukunftssicherer macht. Die strategische Pflege jedes einzelnen Bereichs ist deshalb keine reine Marketingaufgabe, sondern eine zentrale unternehmerische Verantwortung.
Wie Sie Ihre Brand Equity gezielt steigern
Ein starker Markenwert entsteht nicht zufällig. Er ist das Ergebnis konsequenter Arbeit und einer klaren Strategie. Wer seine Brand Equity nachhaltig aufbauen will, muss an jedem Kontaktpunkt ein stimmiges und positives Markenerlebnis schaffen. Wir zeigen Ihnen, welche Hebel in der Praxis wirklich funktionieren.
Haptische Erlebnisse schaffen bleibende Erinnerungen
In einer zunehmend digitalen Welt sehnen sich Menschen nach echten, greifbaren Erfahrungen. Genau hier liegt die oft unterschätzte Kraft haptischer Markenerlebnisse. Wenn Kunden Ihre Marke buchstäblich in den Händen halten, entsteht eine tiefere, persönlichere Verbindung als durch jeden Bildschirm.
Diese physischen Berührungspunkte machen abstrakte Markenwerte greifbar und verankern positive Assoziationen im Gedächtnis Ihrer Zielgruppe.
Haptik umgeht den rationalen Verstand und spricht direkt unsere Emotionen an. Das Gefühl eines hochwertigen Materials überträgt sich unbewusst auf die Wahrnehmung der gesamten Marke.
Zwei einfache, aber wirkungsvolle Instrumente dafür sind:
- Hochwertige Werbeartikel: Ein gut gemachter, nützlicher Gegenstand wird zum Alltagsbegleiter. Er erinnert immer wieder positiv an Ihre Marke und signalisiert Wertschätzung. Ein billiger Plastik-Kugelschreiber bewirkt das Gegenteil – er schadet Ihrer wahrgenommenen Qualität. Die strategische Auswahl passender Werbeartikel ist deshalb ein mächtiges Werkzeug für die Markenpflege.
- Durchdachte Mitarbeiterkleidung: Corporate Fashion ist mehr als nur ein Logo auf einem Shirt. Sie stärkt den Teamzusammenhalt und sorgt für einen professionellen, einheitlichen Auftritt. Wenn die Kleidung nicht nur gut aussieht, sondern auch bequem ist, tragen Mitarbeitende sie mit Stolz – und werden zu den besten Markenbotschaftern.
Ein konsistenter Auftritt ist entscheidend
Eine der größten Herausforderungen im Markenaufbau ist gleichzeitig eine der größten Chancen: die Konsistenz. Ihre Marke muss an jedem Berührungspunkt – online wie offline – dieselbe Sprache sprechen, dieselben Werte verkörpern und denselben Qualitätsanspruch ausstrahlen.
Ein inkonsistentes Bild stiftet Verwirrung und schwächt die Brand Equity. Stellen Sie sich vor, Sie treffen eine Person, die sich bei jedem Gespräch komplett anders verhält – würden Sie ihr vertrauen?
Sorgen Sie für ein stimmiges Gesamtbild über alle Kanäle hinweg:
- Digital: Ihre Website, Social-Media-Profile und Newsletter müssen visuell und in der Tonalität wie aus einem Guss wirken.
- Physisch: Verpackungen, Geschäftsräume, Messestände und auch Werbeartikel und Textilien müssen das gleiche Markengefühl transportieren.
- Menschlich: Jeder Mitarbeitende, vom Vertrieb bis zum Kundenservice, muss die Markenwerte verinnerlicht haben und im direkten Kontakt leben.
Employer Branding: Der unterschätzte Hebel
Der Aufbau von Brand Equity beginnt im Inneren des Unternehmens. Ihre Mitarbeitenden sind die wichtigsten und glaubwürdigsten Botschafter Ihrer Marke. Wenn sie von ihrem Arbeitgeber überzeugt sind, tragen sie diese positive Energie ganz von selbst nach außen.
Ein starkes Employer Branding zahlt also direkt auf Ihre allgemeine Brand Equity ein. Es geht darum, eine Kultur zu schaffen, die Talente anzieht und langfristig bindet. Echte Wertschätzung, gelebte Werte und authentische Einblicke in den Arbeitsalltag sind hier entscheidend.
Mitarbeitende, die stolz für Ihr Unternehmen arbeiten, empfehlen nicht nur Sie als Arbeitgeber weiter, sondern auch Ihre Produkte und Dienstleistungen. Diese interne Überzeugung ist durch keine Marketingkampagne zu ersetzen. Eine Investition in die Zufriedenheit Ihres Teams ist somit immer auch eine direkte Investition in den Wert Ihrer Marke.
Wie Sie den Erfolg Ihrer Markenstrategie messen
Was man nicht misst, kann man nicht managen. Dieser Grundsatz gilt auch für den Markenwert. Obwohl Brand Equity oft als „weicher“ Faktor gilt, lässt sie sich erstaunlich gut in Zahlen fassen. Der Schlüssel liegt darin, quantitative und qualitative Methoden zu kombinieren und die richtigen Kennzahlen (KPIs) im Auge zu behalten.
Finanzielle Kennzahlen als harte Fakten
Am Ende muss sich jede Markenstrategie auch wirtschaftlich auszahlen. Diese Kennzahlen übersetzen den emotionalen Wert Ihrer Marke direkt in handfeste Ergebnisse.
- Price Premium: Wie viel mehr sind Kunden bereit, für Ihr Produkt im Vergleich zu einem No-Name-Produkt zu zahlen? Ein hoher Preisaufschlag ist ein klarer Beweis für eine starke Marke.
- Marktanteil und Umsatzwachstum: Eine wachsende Brand Equity schlägt sich fast immer in einem größeren Marktanteil nieder. Verfolgen Sie Ihre Entwicklung im Vergleich zum Wettbewerb.
- Customer Lifetime Value (CLV): Welchen Wert hat ein Kunde über seine gesamte Geschäftsbeziehung? Eine hohe Markentreue, eine der Säulen starker Brand Equity, steigert diesen Wert erheblich.
Diese harten Zahlen sind entscheidend, um die Geschäftsführung vom Wert Ihrer Markenarbeit zu überzeugen.
Was das Kundenverhalten wirklich verrät
Das tatsächliche Verhalten Ihrer Kunden ist ein ehrlicher Spiegel für die Stärke Ihrer Marke. Diese Metriken zeigen, wie tief die Loyalität wirklich geht.
Das Verhalten Ihrer Kunden lügt nie. Wiederholte Käufe und aktive Weiterempfehlungen sind der ehrlichste Beweis für eine starke Brand Equity.
Hier sind einige der wichtigsten verhaltensbasierten KPIs:
- Wiederkaufrate: Kaufen Ihre Kunden nur einmal oder immer wieder? Eine hohe Rate ist ein klares Signal für Zufriedenheit und Bindung.
- Net Promoter Score (NPS): Die Frage „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie uns weiterempfehlen?“ ist ein bewährter Indikator für echte Loyalität.
- Engagement-Raten (Social Media): Likes, Shares und Kommentare zeigen, wie stark sich Ihre Community mit Ihrer Marke identifiziert und aktiv interagiert.
Diese Indikatoren helfen Ihnen, die emotionale Temperatur Ihrer Marke zu messen. Wenn Sie Unterstützung bei der strategischen Ausrichtung Ihrer Markenkommunikation benötigen, können Sie uns gerne kontaktieren.
Qualitative Einblicke, die in die Tiefe gehen
Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Um wirklich zu verstehen, welche Gefühle und Gedanken Menschen mit Ihrer Marke verbinden, sind qualitative Methoden unerlässlich.
Ein bewährter Klassiker sind Markenbekanntheitsstudien (Brand Tracking). Mit regelmäßigen Umfragen können Sie verfolgen, wie sich die Bekanntheit (gestützt und ungestützt) und das Image Ihrer Marke verändern.
Gleichzeitig liefert die Analyse des Social Sentiments wertvolle Einblicke in Echtzeit. Moderne Social-Listening-Tools zeigen, in welchem Tonfall online über Ihre Marke gesprochen wird – positiv, neutral oder negativ. Das ist ein wichtiges Stimmungsbarometer Ihrer Zielgruppe.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Die Messung von Brand Equity ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Indem Sie finanzielle, verhaltensbasierte und qualitative Metriken kombinieren, erhalten Sie ein vollständiges Bild vom wahren Wert Ihrer Marke. Dieses Vorgehen macht den ROI Ihrer Branding-Maßnahmen sichtbar, belegt Erfolge und hilft Ihnen, Ihre Strategie datengestützt zu verfeinern.
Was wir von den großen Marken lernen können
Theorie ist wichtig, doch die besten Lektionen liefert die Praxis. Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen einiger der bekanntesten Marken der Welt, um zu verstehen, wie sie ihren beeindruckenden Markenwert gezielt aufgebaut haben.
Diese Beispiele zeigen, wie die vier Säulen des Markenwerts – Bekanntheit, Assoziationen, wahrgenommene Qualität und Treue – in der Praxis ineinandergreifen und sich gegenseitig verstärken.
Apple: Die Macht der wahrgenommenen Qualität
Apple ist das Paradebeispiel für eine Marke, deren Wert auf einer extrem hohen wahrgenommenen Qualität und kultähnlicher Loyalität basiert. Vom Auspackerlebnis über das Design bis zur Benutzeroberfläche – alles vermittelt Perfektion und durchdachte Einfachheit.
Dieses Qualitätsversprechen ist so tief verankert, dass Apple erhebliche Preisaufschläge durchsetzen kann. Das geschlossene Ökosystem aus Hardware, Software und Services schafft nicht nur ein nahtloses Nutzererlebnis, sondern bindet Kunden auch langfristig an die Marke.
Das Ergebnis ist eine extrem loyale Community, die nicht nur wiederholt kauft, sondern die Marke auch aktiv weiterempfiehlt.
Patagonia: Der Triumph authentischer Werte
Patagonia hat es geschafft, unglaublich starke, positive Assoziationen aufzubauen, die weit über die Produkte hinausgehen. Wer Patagonia hört, denkt an Nachhaltigkeit, Umweltaktivismus und einen bewussten Lebensstil. Dies sind keine leeren Marketing-Worthülsen, sondern gelebte Werte, die durch konkrete Taten untermauert werden.
Ein bekanntes Beispiel ist die „Don’t Buy This Jacket“-Kampagne. Patagonia forderte seine Kunden auf, weniger und bewusster zu konsumieren – eine mutige Haltung, die die Glaubwürdigkeit der Marke enorm steigerte.
Durch dieses authentische Engagement zieht Patagonia eine Zielgruppe an, für die genau diese Werte kaufentscheidend sind. Man kauft nicht nur eine Jacke, sondern ein Statement. Diese tiefen, wertebasierten Assoziationen schaffen eine emotionale Bindung, die Produkteigenschaften in den Schatten stellt.
Coca-Cola: Die Meisterschaft der globalen Bekanntheit
Coca-Cola ist der Champion im Aufbau einer universellen Markenbekanntheit, die über Jahrzehnte durch konsistentes Storytelling gepflegt wird. Seit Generationen verknüpft die Marke ihr Getränk mit universellen Gefühlen: Freude, Gemeinschaft und Glück.
Ob durch den ikonischen Weihnachtsmann oder die „Share a Coke“-Kampagne – Coca-Cola erzählt immer wieder Geschichten, die Menschen weltweit emotional ansprechen. Diese Aufladung sorgt dafür, dass die Marke an jedem Touchpoint sofort wiedererkannt wird und positive Gefühle auslöst.
Das visuelle Erscheinungsbild hat sich tief in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. So wird aus einem Getränk ein globales Kulturgut, dessen Markenwert auf schierer Allgegenwart und positiver emotionaler Verknüpfung beruht.
Diese Beispiele verdeutlichen: Starker Markenwert ist immer das Ergebnis einer klaren strategischen Entscheidung. Hochwertige, langlebige Textilien können hier, ähnlich wie bei Patagonia, eine Brücke zwischen Markenwerten und dem greifbaren Produkterlebnis schlagen und so die Loyalität spürbar machen.
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Wer am Markenwert – der Brand Equity – arbeitet, investiert strategisch in die Zukunft und Stabilität des eigenen Unternehmens. Ein hoher Markenwert wirkt wie ein Schutzschild in turbulenten Zeiten und wie Rückenwind in stabilen Phasen.
Eine starke Marke schafft eine loyale Kundenbasis, die über reine Preiskämpfe erhaben ist. Diese Kunden bleiben treu, verzeihen auch mal einen kleinen Fehler und empfehlen Sie aktiv weiter. Gleichzeitig macht eine bekannte Marke Sie auf dem Arbeitsmarkt attraktiver und stärkt Ihre Position gegenüber Partnern.
Der Aufbau von Brand Equity ist ein Marathon, kein Sprint. Er verlangt Geduld, Konsistenz in jeder Handlung und ein klares Bekenntnis, das von der Geschäftsführung bis zum Kundenservice von allen getragen wird.
Eine ehrliche Bestandsaufnahme ist der ideale Startpunkt.
Ihre ersten Schritte
Nehmen Sie sich Zeit und stellen Sie Ihrem Team diese drei entscheidenden Fragen:
- Bekanntheit: Wie bekannt ist unsere Marke in unserer Kernzielgruppe wirklich? Sind wir präsent, wenn eine Kaufentscheidung ansteht?
- Assoziationen: Wofür steht unsere Marke aus Kundensicht? Welche Gefühle und Eigenschaften verbinden sie mit uns – und stimmt das mit unserem Selbstbild überein?
- Loyalität: Wie treu sind unsere Kunden tatsächlich? Wie oft kaufen sie wieder bei uns und wie bereitwillig empfehlen sie uns weiter?
Die Antworten darauf sind Ihr Kompass. Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um gezielte Maßnahmen zu entwickeln. Jede bewusste Investition in Ihre Marke ist ein Beitrag zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.
Die wichtigsten Fragen zur Brand Equity (FAQ)
Zum Abschluss klären wir einige Fragen, die uns in der Praxis häufig begegnen.
Was ist der Unterschied zwischen Brand Equity und Brand Value?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Aspekte.
Brand Equity ist der qualitative, wahrgenommene Wert einer Marke in den Köpfen der Zielgruppe. Er umfasst Bekanntheit, Assoziationen und Loyalität – die unsichtbare Kraft, die Kaufentscheidungen beeinflusst.
Der Brand Value ist hingegen der finanzielle, monetäre Wert einer Marke. Es ist der Betrag, der in der Bilanz stehen könnte, wenn die Marke verkauft würde. Brand Equity ist also die Ursache, Brand Value die finanzielle Wirkung.
Kann auch ein kleines Unternehmen Brand Equity aufbauen?
Absolut. Brand Equity ist keine Frage des Budgets, sondern der Konsequenz und Klarheit.
Ein kleiner Handwerksbetrieb mit exzellentem Service und einem soliden Ruf kann eine immense Brand Equity besitzen – oft mehr als ein anonymer Großkonzern. Es geht darum, ein klares Versprechen zu geben und dieses bei jedem Kundenkontakt einzulösen.
Wie schnell lässt sich Brand Equity aufbauen?
Brand Equity ist ein Marathon, kein Sprint. Schnelle Abkürzungen gibt es nicht.
Man kann mit einer cleveren Kampagne kurzfristig die Markenbekanntheit steigern. Echtes Vertrauen, tief verankerte Assoziationen und unerschütterliche Loyalität benötigen jedoch Zeit und wachsen durch jahrelange, konsequente Arbeit.
Haben Sie weiterführende Fragen oder wünschen eine strategische Einschätzung für Ihre Marke? Lassen Sie uns unverbindlich sprechen. Fragen Sie hier eine Beratung an und wir finden gemeinsam heraus, wie Sie den Wert Ihrer Marke nachhaltig steigern können.

